Um das Lithium-Projekt auf ein fachlich fundiertes und sicheres Fundament zu stellen, arbeitet unser Geologie-Team derzeit eng mit Experten der TU Bergakademie Freiberg zusammen. Die Kooperation bezieht sich auf die Vermessung des historischen Altbergbaus. Ziel ist es, vorhandene Hohlräume zu lokalisieren und den Altbergbau in seiner Geometrie vollständig zu erfassen.
Das Prinzip der Lichtgeschwindigkeit unter Tage
Das Herzstück dieser Arbeit ist ein mobiler Lidar-Scanner (Light Detection and Ranging), der einen sogenannten „Digitalen Zwilling“ der alten Stollen erstellt. Technisch basiert das System auf einer hochpräzisen Laufzeitmessung. Der Scanner sendet pro Sekunde hunderttausende Laserimpulse aus, die von den Gesteinswänden reflektiert werden. Aus der Zeit, die das Licht für den Rückweg benötigt, errechnet das Gerät die exakte Distanz. Ein rotierender Kopf mit 32 Laserlinien sorgt dabei für eine lückenlose 360-Grad-Erfassung.
Ein digitales Abbild mit Zentimeterpräzision
Mit einer Reichweite von 120 Metern tastet der Laser jede Wand und jede Nische ab. Beschleunigungssensoren registrieren im Scanner jede kleinste Bewegung und tragen somit zum Erstellen der Punktewolke bei. So entsteht ein digitales Abbild, das uns auf ein bis zwei Zentimeter genau verrät, wie der Altbergbau liegt, welche Form er hat und wie die Hohlräume beschaffen sind. Insgesamt sammeln wir bei einer Befahrung etwa 1,4 Milliarden Messpunkte. In einem aufwendigen Rechenprozess werden diese Rohdaten gefiltert, wobei Störfaktoren wie Staubpartikel oder Wassertropfen in der Luft eliminiert werden.
Geotechnische Analyse für maximale Stabilität
Diese Daten dienen nicht nur der Orientierung, sondern ermöglichen eine tiefgreifende geotechnische Analyse. Durch die hohe Punktedichte können wir am digitalen Modell beispielsweise Klüftabstände erkennen. Wir erfahren so, wie stabil der Untergrund ist und können unser Projekt so planen, dass der historische Altbergbau in seinem Bestand unberührt bleibt.



