Wichtige Entscheidungen für das Bergbauvorhaben vorgestellt

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Am letzten Montag im März lud Zinnwald Lithium interessierte Bürgerinnen und Bürger zu einer Informationsveranstaltung in Altenberg ein. Über 100 Besucherinnen und Besucher nutzten die Gelegenheit, sich aus erster Hand über die neuesten Entwicklungen des Bergbauprojekts zu informieren „Wir bedanken uns für das große Interesse und die wirklich guten Fragen. Außerdem möchten wir uns für die frostigen Temperaturen in unserer Bohrkernhalle entschuldigen. Wir hatten gehofft, einen etwas wärmeren Tag zu haben“, sagt Geschäftsführer Marko Uhlig. Er informierte die Gäste über den aktuellen Stand des Bergbauvorhabens und stellte sich der Diskussion.

Studie veröffentlicht

Am Montagmorgen hatte das Unternehmen seine neue vorläufige Machbarkeitsstudie veröffentlicht. Damit sind wichtige Entscheidungen gefallen. Zinnwald Lithium konzentriert sich jetzt auf den Standort bei Liebenau für die Aufbereitung des Erzes. Von dort aus wird eine Tunnelbohrmaschine einen 9,1 Kilometer langen Stollen Richtung Zinnwald bis ans untere Ende des Erzkörpers vorantreiben. Statt auf Sprengungen zu setzen, kommt beim Vortrieb des Förderstollens modernste Tunnelbohrtechnik zum Einsatz. „Das hat enorme Vorteile. Lärm- und Staubemissionen lassen sich auf ein Minimum reduzieren und eine direkte Verbindung vom Abbaugebiet zur Aufbereitungsanlage ohne LKW-Verkehr ist gewährleistet. Zudem trägt die Tunnelbauweise dazu bei, den Flächenverbrauch erheblich zu reduzieren“, erklärt Marko Uhlig.

Östlich von Liebenau in Richtung Autobahn A17 will Zinnwald Lithium insgesamt 115 Hektar nutzen. Entscheidend für die Standortwahl war die Nähe zur Autobahn. So kann der Anlieferverkehr außerhalb der Ortschaften erfolgen. Zur A17 sind es nur wenige Kilometer Landstraße ohne Ortsdurchfahrten. Die Verkehrsbelastung in den Ortschaften ist wirklich überschaubar“, sagt Marko Uhlig. Zudem erleichtert die vorhandene Infrastruktur den Anschluss an die regionale Strom- und Gasversorgung.

Direkt neben der Aufbereitungsanlage wird eine Halde entstehen, wo das Material gelagert wird, das bei der Lithiumgewinnung übrigbleibt und auch nicht mehr ins Bergwerk zurück verfüllt werden kann. Naturgemäß kamen zu diesem Thema vor allem von Vertreterinnen und Vertretern der Bürgerinitiativen viele Fragen. Was geschieht mit Sickerwasser? Enthält die Halde problematische Stoffe, die der Wind verwehen könnte? Wie groß wird sie am Ende sein? Reicht der Platz bei Liebenau überhaupt?

Marko Uhlig sagte: „Die Halde ist eine der Schlüsselherausforderungen bei dem Projekt.“ Daran arbeitet das Unternehmen intensiv. Aber es wird Antworten geben. Die müssen spätestens dann vorliegen, wenn Zinnwald Lithium seine Genehmigungsunterlagen beim Oberbergamt einreicht. Was das Wasser angeht, versicherte Uhlig, dass die Fläche nach unten abgedichtet ist, sowie das Sickerwasser aufgefangen und gereinigt wird. Auch bekräftigte er, dass die Halde so aufgebaut wird, dass kein Material vom Wind verweht wird. Alles essenzielle Voraussetzungen für eine behördliche Genehmigung. Zinnwald Lithium ist außerdem in Kontakt zur Bauindustrie, um möglichst viel Reststoffe dorthin zu verkaufen. Denn alles, was Abnehmer findet, landet schon mal nicht auf der Halde.

Neues Verfahren ohne Zuschlagstoffe

Eine weitere Entscheidung hilft, die Menge der Reststoffe gering zu halten. Das Lithium soll mit einer alkalischen Aufbereitung – einem Laugungsverfahren – aus dem Erz herausgelöst werden. Monatelange Versuche haben ergeben, dass dies mit dem Erz aus Zinnwald möglich ist. Wesentlicher Vorteil dabei ist, dass dieses Verfahren im Gegensatz zu anderen keine Zuschlagstoffe benötigt. Damit verringert sich das Haldenvolumen ebenfalls.

Weiter informierte Uhlig, dass Zinnwald Lithium sich internationalen Standards unterwirft, die über das hinausgehen, was die deutschen Gesetze verlangen. Es geht dabei um genau die Fragen, die diskutiert wurden – um die Auswirkungen auf Umwelt, Nachbarn und Gesundheit. Im Rahmen dieses Prozesses bewerten externe Fachleute nicht nur potenzielle Auswirkungen des Projekts auf die Umwelt, sondern beispielsweise auch auf das soziale Gefüge und die Gesundheit der Menschen in der Region. Marko Uhlig betonte: „Um es deutlich zu sagen: Wir tun hier deutlich mehr als der Gesetzgeber verlangt. Und wir tun dies bewusst, weil wir uns als heimisches Bergbauunternehmen den Menschen und der Region verpflichtet fühlen.“

Nutzung von umweltfreundlichem Sonnenstrom

Nachhaltigkeit ist ein wichtiger Aspekt. Die Nähe zu einem geplanten Solarpark eröffnet die Möglichkeit, einen erheblichen Teil des Energiebedarfs durch umweltfreundlichen Solarstrom zu decken. Darüber hinaus wird daran gearbeitet, dass die Aufbereitungsanlage energieeffizient arbeitet. Durch geschlossene Kreislaufsysteme wird der Wasser- und Energieverbrauch sowie der zusätzliche Materialeinsatz minimiert.

Vor wenigen Tagen erreichte das Unternehmen die Mitteilung, dass das Bergbauprojekt von der EU-Kommission nicht in den Rahmen des kritischen Rohstoffgesetzes (CRMA) aufgenommen wurde. Das liegt daran, dass es sich noch in einem frühen Stadium befindet, erklärte Uhlig. Das Thema könnte durchaus wieder auf den Tisch kommen.

Fragen kamen auch zu den geplanten Arbeitszeiten. Die Aufbereitungsanlage bei Liebenau wird rund um die Uhr laufen, erklärte Uhlig. Zudem startet bald der Bau eines Erkundungsstollens an der ehemaligen Grenzzollanlage in Zinnwald. Hier wird wochentags von 7 bis 18 Uhr gearbeitet. So hat es die Firma beim Oberbergamt Sachsen beantragt, sagte Uhlig.

Die nächsten Schritte

Für Zinnwald Lithium ist jetzt klar, wo die Aufbereitung gebaut werden soll. Daher will das Unternehmen in nächster Zeit Kontakt mit den Eigentümern von Grund und Boden aufnehmen und mit ihnen über einen Ankauf der benötigten Flächen sprechen.

Der nächste größere Schritt wird sein, dass Zinnwald Lithium bei der Landesdirektion Sachsen das Raumordnungsverfahren auf den Weg bringt. Dabei geht es um die oberirdischen Anlagen beider Varianten: Bärenstein und Liebenau. Wichtiger Bestandteil der Raumverträglichkeitsprüfung ist die formelle Beteiligung der Öffentlichkeit. Menschen aus der Region, Umweltverbände und Interessengruppen erhalten die Möglichkeit, ihre Anliegen, Bedenken und Vorschläge frühzeitig einzubringen.

Außerdem treibt das Unternehmen die detaillierte Planung weiter voran. In einem Jahr soll dann die endgültige Machbarkeitsstudie vorliegen. Und mit dieser Studie in der Hand wird Zinnwald Lithium erneut auf Investoren zugehen. Denn jetzt liegt auch eine neue Kostenschätzung vor, wie viel Kapital nötig ist, um den Lithiumabbau in Zinnwald zu starten: das Investitionsvolumen beläuft sich auf rund eine Milliarde Euro!

Hier können Sie die Präsentation der Veranstaltung ansehen.

Mehr als 100 Interessierte kamen in den Altenberger Firmensitz, um sich zu den Ergebnissen der vorläufigen Machbarkeitsstudie zu informieren und ihre Fragen zu stellen.